Unser kleiner Herbie im Kreise seiner Freude

Am 20. April musste Esel Herbie operiert werden.

Der kleine graue Wallach hatte einen Tumor am Schlauch, welcher immer größer wurde und der auf Dauer dazu geführt hätte, dass Herbie bei der täglicher Verrichtung des Wasserlassens beeinträchtigt würde. Daher mussten wir handeln. Unser Tierarzt Dr. vet. Stephan Planck hat die Operation durchgeführt. Wie so oft bei derartigen Aktionen, hat es deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen, als vorher geplant war.

Ein operativer Eingriff unter Einsatz von Anästhesierung ist für den Organismus und für die Seele eines Lebewesens immer eine große Belastung. Wir waren froh, dass es uns möglich war, den Eingriff direkt bei uns im Stall durchführen zu lassen. Dadurch konnten wir dem kleinen Esel weiteren Stress durch Transport und Klinikaufenthalt ersparen. Es ist für jedes Lebewesen immer schön, wenn es sich bei einer solchen Situation in vertrauter Umgebung befindet und seine Freunde in Sicht- und Hörweite hat.

Zusätzliche erschwerend für Herbie war die Tatsache, dass sein Hinterbein hochgebunden werden musste, um ausreichend Platz für den Eingriff zu haben. Im Anschluss an die Operation war das Bein daher sehr steif und Herbie konnte es kaum belasten. Tierheilpraktikerin Sibyll Matzdorf, ergänzte die Therapie mit Akupunktur, Quaddeln und Tapes, so dass Herbie nun wieder laufen kann.

Wir freuen uns, dass der Eingriff durch die heilmethodenübergreifenden Therapiemaßnahmen gut verlaufen ist und Herbie sich auf dem Wege der Besserung befindet. Besonders berührt hat es uns, zu sehen, wie die anderen Esel reagiert haben. Nachdem wir Herbie, noch geschwächt von allem vorherigen, unter Aufsicht zu den anderen Eseln ließen, wurde er liebevoll begrüßt und beschnuppert - es war als wollten sie sagen: "Alles gut Kumpel, das wird schon wieder. Wir sind ja bei Dir".

Der Zugang in die Halsvene wurde gelegt, um die notwendigen Medikement verabreichen zu können ohne jedesmal erneut "pieksen" zu müssen. Vorher wurde die Stelle rasiert und desinfiziert.

 

Nachdem die Narkose verabreicht wurde dauerte es nicht lange, bis Herbie müde wurde. Die Augen fallen langsam zu, der Kopf wird immer schwerer.

Herbie kann sich kaum noch selber auf den Beinen halten und wird vorsichtig von uns abgelegt.

Herbie liegt jetzt in der weichen, sauberen Einstreu aus Sägespänen. Gleich wird der Eingriff durchgeführt.

Für Kinder und sehr sensible Menschen sind die Bilder vom Eingriff möglicherweise nicht geeignet. Um unsere Internetseite kindergerecht zu halten, haben wir darauf verzichtet, Bilder von der Operation zu zeigen, die aber für besonders Interessierte auf unsere Facebook-Seite veröffentlicht sind.

 

Einige Stunden nach der Operation darf Herbie endlich wieder etwas essen. Auch wenn der Esel sehr hungrig ist, sollte man nach der Gabe von Narkosemitteln oder Sedierungen lange genug warten, bis man einen Esel wieder trinken und fressen lässt, da durch die Medikation der Schluckreflex beeinträchtigt wird. Wenn man die Tiere zu früh fressen lässt, kann es dazu führen, dass Futter in die Luftröhre gelangt - mit möglichen schlimmen Folgen für den Esel wie z. B. Lungenentzündung.

Für gewöhnlich werden Esel nicht eingedeckt - nur in Ausnahmesituationen wie nach einem operativen Eingriff. Der Esel ist geschwächt, der Kreislauf noch nicht richtig in Schwung. Hier ist der Gebrauch einer Decke sinnvoll.

Ein Tierarzt hat uns mal erklärt, dass Tiere sich nach einer Narkose immer etwas "verkatert" fühlen - das erklärt, warum Herbie jetzt erst mal seinen Durst stillen möchte. Wir hoffen, dass sich sein Kopfweh in Grenzen hält.

Nachdem wir Herbie wieder zu seinen langohrigen Freunden gelassen haben, wurde er freundlich empfangen. Kein anderer Esel hat seine Schwäche ausgenutzt - wenn wir doch alle so mitfühlend miteinander umgehen würden, wie uns die Tiere das vorleben.

Wir freuen uns sehr, dass Herbie schon wieder Interesse an seinem Umfeld zeigt. Es ist ein gutes Zeichen für eine baldige Genesung...

...obwohl man hier deutlich sieht, dass ihm das Laufen noch schwerfällt.

Wir Eselfreunde wünschen unserem kleinen Herbie, dass er schnell gesund wird und bald wieder mit all seinen Freunden über die Koppel tollen kann. Bis dahin werden wir ihn natürlich verwöhnen und mit allem was nötig ist, um seine Heilung zu unterstützen, behandeln lassen.

Operationen und medizinische Behandlungen von Eseln sind immer eine kostspielige Angelegenheit aber den Wert eines Freundes zählt man nicht in Münzen und Scheinen. Trotzdem sind solche außerplanmäßigen Ausgaben für einen kleinen Verein immer eine besondere finanzielle Belastung, daher freuen wir uns über jede Unterstützung - in diesem Fall besonders über finanzielle Hilfe. Wer sich an den Kosten für Herbies OP beteiligen möchte, kann das über unser Spendenkonto. Geben Sie als Verwendungszweck OP-Hilfe-Herbie an. Wenn Sie eine Spendenbescheinigung benötigen erhalten Sie diese natürlich von uns, dafür benötigen wir dann Ihren Namen und eine Kontaktadresse.

Danke für Ihre Unterstützung